Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess
11. – 12. November 2005
Tagung
Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess
– 60 Jahre nach seiner Eröffnung in Berlin
Tagungsort:
Plenarsaal des Kammergerichts
Elßholzstraße 30 – 33
10781 Berlin
Veranstalter:
Forum Justizgeschichte e.V.
www.forum-justizgeschichte.de und
Rechtsanwaltskammer Berlin
www.rak-berlin.de
unterstützt von
Topographie des Terrors und
Museumspädagogischer Dienst Berlin
Anmeldung erforderlich!
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Hier können Sie das Programm als PDF herunterladen
Am 18. Oktober 1945 eröffnete der Internationale Militärgerichtshof im Plenarsaal des Kammerge-richts, im selben Saal, in dem noch vor Jahresfrist Freislers Volkgerichtshof die Terrorprozesse gegen die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 geführt hatte, den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherpro-zess „zum Zwecke der Entgegennahme der Anklageschrift“. In Nürnberg wurde sie am 20. November 1945 von Lordrichter Geoffrey Lawrence verlesen. Danach rief in einer der berühmtesten Reden der Rechtsgeschichte der Chefankläger Robert Jackson dazu auf, an die „Aufgabe mit so viel innerer Ü-berlegenheit und geistiger Unbestechlichkeit heran(zu)treten, dass dieser Prozess einmal der Nach-welt als die Erfüllung menschlichen Sehnens nach Gerechtigkeit erscheinen möge“.
Die Ächtung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, von Angriffskriegen und die strafrechtliche Verantwortlichkeit der Täter sind 60 Jahre danach als „Nürnberger Prinzipien“ feste Bestandteile des Völkerrechts geworden. Angesichts des Zustandes der Welt stellt sich allerdings die Frage, wie weit diese Prinzipien umgesetzt worden sind und was es noch zur Umsetzung bedarf. In unzähligen neuen Kriegen nach Ende des zweiten Weltkrieges sind die Nürnberger Grundsätze immer wieder aufs Schwerste verletzt worden. Aber es gibt auch Hoffnungszeichen, dass diese Verbrechen nicht voll-ständig ungesühnt bleiben. Das belegen die Jugoslawien- und Ruanda-Tribunale und insbesondere die Gründung des Internationalen Strafgerichtshofes.
Über den Rückblick hinaus sollen auf der vom „Forum Justizgeschichte“ und der Rechtsanwaltskam-mer Berlin am historischen Ort ausgerichteten Tagung die Verbindungslinien zur Gegenwart gezogen und dabei die Nürnberger Prinzipien auf ihre Tragfähigkeit für Gegenwart und Zukunft überprüft wer-den. Daneben wird ein Blick auf völlig andere, nicht justizförmige Versuche zur Aufarbeitung von Kriegsverbrechen geworfen, wie es z.B. in der südafrikanischen Versöhnungskommission geschieht.
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P R O G A M M
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Freitag, 11.11.2005
18.00 Uhr Begrüßung durch
die Präsidentin des Kammergerichts
Monika Nöhre
das Vorstandsmitglied des
Forum Justizgeschichte e.V.
Dr. Peter Weber
die Präsidentin der
Rechtsanwaltskammer Berlin
Dr. Margarete von Galen
Die Senatorin für Justiz
Karin Schubert
N.N. vom Auswärtigen Amt
18.30 Uhr Festvortrag von
Prof. Dr. Dr. Ingo Müller, Bremen
Robert Jacksons Weg nach Nürnberg
19.30 Uhr Empfang durch die Rechtsanwaltskammer Berlin
Samstag, 12.11.2005
9.15 Uhr Dr. Gerd Hankel, Bremen
Auf dem Weg nach Nürnberg?
– Kriegsverbrecherprozesse nach dem 1. Weltkrieg
10.00 Uhr Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck, Berlin
Die argentinische Militärdiktatur,
ihre Aufarbeitung im In- und Ausland
10.45 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Rechtsanwalt Dieter Magsam, Hamburg
Der Völkermord in Ruanda – Umgang mit den Tätern
11.45 Uhr Rechtsanwalt und Notar Bernd Häusler, Berlin
Die Menschenrechtsgerichtshöfe in Jakarta
zu den Gräueltaten in Ost-Timor
12.30 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Prof. Dr. Gerhard Werle, Berlin
Wahrheit statt Strafe?
– Die südafrikanische Wahrheits-
und Versöhnungskommission
14.45 Uhr Richter am ITFY Wolfgang Schomburg,
Den Haag/Berlin
Erfahrungen eines Richters am Internationales
Tribunal für das frühere Jugoslawien (ITFY)
15.30 Uhr Richter am ICC Kaul – angefragt –
Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag
16.15 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr Prof. Dr. Gerhard Stuby, Bremen
– „Siegerjustiz“, Kalter Krieg,
Friedensstaatsgebot im Grundgesetz
– Rezeptionsgeschichte der Nürnberger
Prozesse in Deutschland
17.15 Uhr Zusammenfassung und Schlusserörterung
Moderation; Rechtsanwalt und Notar Bernd Häusler
Hier können Sie das Programm als PDF herunterladen
Bericht im WDR3 Tageszeichen vom 14.11.05>
Berichte zur Tagung
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