Forum Justizgeschichte e.V.

Vereinigung zur Erforschung und Darstellung der deutschen Rechts- und Justizgeschichte des 20. Jahrhunderts

Gewissen und Recht

Zum Spannungsverhältnis von Recht, Gesetz, Gerechtigkeit und Gewissen (nicht nur) beim Richten

4. bis 6. Mai 2007

Evangelische Akademie Bad Boll

 

 

Nicht wenige Bürgerinnen und Bürger haben das Gefühl, Recht und Gerechtigkeit klaffen auseinander. Sie fühlen sich in privaten, beruflichen oder öffentlichen Auseinandersetzungen übervorteilt, über den Tisch gezogen, hintergangen: „Recht haben heißt noch lange nicht Recht bekommen“, sagen Betroffene dann. Dieses Gefühl verstärkt sich, wenn sie sich ihrer Meinung nach durch ein Gericht ungerecht behandelt und verurteilt sehen.

 

Wie schwierig eine gerechte Urteilsfindung ist, weiß jede Richterin, jeder Richter. Nach dem Richtergesetz sind sie verpflichtet, „nach bestem Wissen und Gewissen“ zu richten. Sie beginnen ihre Laufbahn voller Idealismus, dies auch in die Tat umzusetzen. Doch nicht wenigen stellen sich bald Fragen wie: Was ist eigentlich das Gewissen? Wonach richtet sich diese „innere Stimme“? Sagt sie eindeutig, was Gerechtigkeit ist? Bleibt sie immer gleich? Oder ist sie beeinflussbar? Wenn ja, wodurch? Wenn nein, woher kommt diese „ewige“ Stimme ?

 

Können sich hinter der Berufung aufs Gewissen auch rechtsfremde Anteile verbergen, nicht anders, wie sich Politiker und auch Richter zur Legitimierung fragwürdiger Ziele manchmal auf Gott berufen haben? Bestrebungen wie Anpassungsbereitschaft, Rücksicht-nahmen, Opportunismus und der eigene Aufstiegswillen haben so manchen Juristen und Juristin dazu gebracht, in sich die Stimme des Gewissens verstummen zu lassen und der Gerechtigkeit nicht zum Recht zu verhelfen. Wie entsteht „Gewissen“ überhaupt und wie kann es manipuliert und „getötet“ werden? Welche Rolle spielt das Gewissen in der juristischen Ausbildung?

 

Das Verhältnis von Rechtssprechung, Gesetgebung, Machtausübung, die Gewaltenteilung im Staat und die dahinter stehenden Wertvorstellungen und Weltanschauungen stehen damit im Blickpunkt der Tagung, aber auch die eigenen inneren Widerstände und Hindernisse, nach „bestem Wissen und Gewissen“ Recht zu sprechen.

 

Fachleute aus Justiz, Politik und Theologie werden referieren, Fachleute und andere Interessierte laden wir herzlich zum Zuhören, Mitreden und Weiterdenken ein nach Bad Boll am Fuße der Schwäbischen Alb!

 

Kathinka Kaden, Bad Boll

Dr. Helmut Kramer, Wolfenbüttel

Manfred Krause, Schleswig

 

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