Forum Justizgeschichte e.V.

Vereinigung zur Erforschung und Darstellung der deutschen Rechts- und Justizgeschichte des 20. Jahrhunderts

NS-Zwangsarbeit und Justiz

Nordhausen 03. - 05. März 2006


 

Wissenschaftliche Tagung

NS-Zwangsarbeit und Justiz

 

Tagung des Forum Justizgeschichte e.V. und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordhausen, dem wissenschaftlichen Verein Nordhausen und der Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen, sowie mit Unterstützung des Thüringer Justizministeriums und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

 

Die Geschichte der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gründlich erforscht worden, nicht zuletzt in lokalhistorischer und alltagsgeschichtlicher Perspektive. Auch zur Geschichte der Justiz im Nationalsozialismus liegen grundlegende Arbeiten vor.

 

Wenig Beachtung geschenkt worden ist dagegen der Verbindung beider Themen. In einem auch im „Dritten Reich“ kompliziert gebliebenen Wirt-schaftsgefüge bedurfte es auch für den Arbeitsbereich einer juristischen Verregelung und Verrechtlichung. Dafür waren die Machthaber auf Juristen angewiesen. Sie bauten vor dem Unrecht eine Fassade der Scheinlegalität auf. Mit Gesetzesinterpretationen und rechtstheoretischer Argumentation schufen sie in der Sprache der NS-Volksgemeinschaftsideologie die Grundlage für die frühzeitige Diskriminierung (sozial)rassistisch Verfolgter im Arbeitsleben und nach Kriegsausbruch für das gesamte Zwangsarbeitssystem. Mit Ausnahme der Juden, die auf Grund der von Juristen mitgestalteten Gesetzeslage schließlich völlig rechtlos gestellt waren, waren für die nichtjüdischen ausländischen Zwangsarbeiter die Lebens- und Arbeitsbedingungen bei aller willkürlichen Umsetzung in der Praxis durch Normen geregelt, mit jeweils unterschiedlichem Rechtsstatus für die verschiedenen ethnischen Gruppen. Auch bei der Ahndung von Verstößen gegen die unmenschlichen Vorschriften wirkten Juristen mit, bis zur Überweisung in sog. Arbeitserziehungslager und in die Konzentrationslager.

 

Diese Zusammenhänge zu beleuchten und zugleich die Möglichkeit für das interdisziplinäre Gespräch von (Rechts-)Historikern und –Historikerinnen und Juristen und Juristinnen zu schaffen, ist das Ziel der wissenschaftlichen Tagung zum Thema „NS-Zwangsarbeit und Justiz“.

 

Tagungsort wird die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora sein. Das KZ Mittelbau-Dora, das erst im Spätsommer 1943 gegründet wurde, steht exem-plarisch für die Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen für die Rüstungsindustrie.

 


Programm


Hier kann das Programm heruntergeladen werden zur Fachtagung NS-Zwangsarbeit und Justiz

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