Forum Justizgeschichte e.V.

Vereinigung zur Erforschung und Darstellung der deutschen Rechts- und Justizgeschichte des 20. Jahrhunderts

Veranstaltungen 2006

Lothar Kreyssig
Mutiger Jurist und streibarer Christ

WENN DER STAAT ROT SIEHT
WENN DER STAAT ROT SIEHT 50 Jahre KPD-Verbot Zur Entwicklung von Demokratie, Justiz und Aufarbeitung in der Bundesrepublik Deutschland Kurzkonferenz im Senatssaal der Humboldt-Universität 7. November 2006 18.00 bis 22.00 Uhr Am 17. August 1956 erklärte das Bundesverfassungsgericht die KPD für verfassungswidrig und verboten. Damit gesellte sich die BRD neben der faschistischen Franco-Diktatur in Spanien und dem portugiesischen Salazar-Regime in die Reihe der Staaten Europas, in denen die KommunistInnen von der politischen Meinungsbildung ausgeschlossen waren. Das war zugleich der Startschuss für die „Aktion Karabiner“, in der Polizeikommandos gleichzeitig alle Einrichtungen der Partei stürmten. In den Jahren 1950 bis 1968 wurden etwa 250.000 Ermittlungsverfahren gegen rund 500.000 BundesbürgerInnen aktenkundig, von denen etwa 10.000 verurteilt wurden. Die Kurzkonferenz will, neben einer Darstellung der Geschichte des KPD-Verbotes und der Verfolgung von KommunistInnen in der BRD, vor allem die Konsequenzen der KPDVerfolgung für Demokratie und Rechtsstaat in der Bundesrepublik aufgezeigen. Thematische Einführung PD Dr. Thomas Henne, LL.M., Frankfurt a.M. Dr. Helmut Kramer RioLG a.D. Forum Justizgeschichte e.V., Wolfenbüttel Rolf Meier Hans-Litten-Archiv Göttingen Zeitzeugengespräch Walter Timpe Journalist und Opfer der Kommunistenverfolgung Rechtsanwalt Heinrich Hannover Strafverteidiger in Kommunistenverfahren Initativen zur Rehabilitation Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, SPD Bundesjustizministerin a.D. Jan Korte, MdB, DIE LINKE.PdS Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck Strafverteidiger, Vorsitzender des Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) Eine gemeinsame Veranstaltung von Rote Hilfe Berlin Forum Justizgeschichte e.V. Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen arbeitskreis kritischer juristinnen und juristen an der Humboldt-Universität zu Berlin www.kpd-verbot.de – akj@akj-berlin.de Humboldt-Universität zu Berlin Unter den Linden 6 Bus 100, 200 bis Staatsoper Tram M 1, M 2, 12 bis Am Kupfergraben S/U-Bahnhof Friedrichstraße Medienpartner: FREITAG ViSdP: Stefanie Richter, Unter den Linden 6, 10099 Berlin Grafik: felix@battery-powered-luck.net

Kontinuitäten und Zäsuren
Rechtswissenschaft und Justiz im "Dritten Reich" und in der Nachkriegszeit

Versuch in Gerechtigkeit
Tagung der Frirdrich-Ebert-Stiftung mit dem Forum Justizgeschichte

8. w. Fachtagung „Die RAF und die Justiz“
Die 8. Wissenschaftliche Fachtagung des Forums wird mit dem Arbeitstitel „Die Justiz und die RAF“ vom 30.09. bis 02.10.2006 in der Deutschen Richterakademie Wustrau stattfinden. Das genaue Programm wird zur Zeit erstellt. Die endgültigen Teilnahmebeiträge sind noch nicht festgesetzt. Anmeldungen sind aber schon möglich.

Medien im Spiegel der Justiz – Justiz im Spiegel der Medien
Die Tagung soll zu einen dazu dienen, den Journalismus im Spiegel der Justiz zu sehen, zum anderen die Justiz im Spiegel von Journalistinnen und Journalisten zu betrachten. Juristinnen und Juristen, Journalisten und Journalistinnen sowie an Rechtsfragen interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, miteinander zu fragen, zu diskutieren und nach Antworten zu suchen. Herzlich willkommen in der Evangelischen Akademie in Bad Boll am Fuße der Schwäbischen Alb!

NS-Zwangsarbeit und Justiz
Tagung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Kooperation mit dem Forum Justizgeschichte e.V. , der Fachhochschule Nordhausen, dem wissenschaftlichen Verein Nordhausen und der Landeszentrale für Politische Bildung in Thüringen in Nordhausen, 03. - 05. März 2006 Die Geschichte der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gründlich erforscht worden, nicht zuletzt in lokalhistorischer und alltagsgeschichtlicher Perspektive. Auch zur Geschichte der Justiz im Nationalsozialismus liegen grundlegende Arbeiten vor. Wenig Beachtung geschenkt worden ist dagegen der Verbindung beider Themen. In einem auch im „Dritten Reich“ kompliziert gebliebenen Wirtschaftsgefüge bedurfte es auch für den Arbeitsbereich einer juristischen Verregelung und Verrechtlichung. Dafür waren die Machthaber auf Juristen angewiesen. Sie bauten vor dem Unrecht eine Fassade der Scheinlegalität auf. Mit Gesetzesinterpretationen und rechtstheoretischer Argumentation schufen sie in der Sprache der NS-Volksgemeinschaftsideologie die Grundlage für die frühzeitige Diskriminierung (sozial)rassistisch Verfolgter im Arbeitsleben und nach Kriegsausbruch für das gesamte Zwangsarbeitssystem. Mit Ausnahme der Juden, die auf Grund der von Juristen mitgestalteten Gesetzeslage schließlich völlig rechtlos gestellt waren, waren für die nichtjüdischen ausländischen Zwangsarbeiter die Lebens- und Arbeitsbedingungen bei aller willkürlichen Umsetzung in der Praxis durch Normen geregelt, mit jeweils unterschiedlichem Rechtsstatus für die verschiedenen ethnischen Gruppen. Auch bei der Ahndung von Verstößen gegen die unmenschlichen Vorschriften wirkten Juristen mit, bis zur Überweisung in sog. Arbeitserziehungslager und in die Konzentrationslager. Diese Zusammenhänge zu beleuchten und zugleich die Möglichkeit für das interdisziplinäre Gespräch von (Rechts-)Historikern und -Historikerinnen und Juristen und Juristinnen zu schaffen, ist das Ziel der wissenschaftlichen Tagung zum Thema „NS-Zwangsarbeit und Justiz“. Tagungsort ist die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Das KZ Mittelbau-Dora, das erst im Spätsommer 1943 gegründet wurde, steht exemplarisch für die Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen für die Rüstungsindustrie.


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