14. Juni 2026 - Preisverleihung

Richard Schmid Preis Shortlist

Der vom Forum Justizgeschichte e.V. ausgelobte und mit 3.000 Euro dotierte Richard-Schmid-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Juristischen Zeitgeschichte wurde bisher 2012, 2014, 2016, 2018, 2022 und 2024 vergeben.

Prämiert werden schriftliche wissenschaftliche oder journalistische Beiträge zur Entwicklung des deutschen Rechts im 20. und 21. Jahrhundert.

Der Preis ist nach dem früheren Stuttgarter Generalstaatsanwalt und Präsidenten des Oberlandesgerichts Richard Schmid (1899-1986) benannt. Schmid war seit den zwanziger Jahren Anwalt in Stuttgart und verteidigte nach 1933 politisch Verfolgte der verbotenen Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), der auch Willy Brandt angehörte. Später stand Schmid selbst als Angeklagter vor dem „Volksgerichtshof“. Von 1938 bis 1941 war er Untersuchungshäftling, sowie Häftling in Konzentrationslager und Zuchthaus. Bis zur Befreiung 1945 musste Schmid als Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft arbeiten. Schon in der Zeit seiner hohen Justizämter und noch verstärkt danach war er ständig schriftstellerisch und journalistisch tätig und wohl der bedeutendste bundesdeutsche Justizschriftsteller der Nachkriegszeit. mehr zu Richard Schmid.

 

Der Jury gehören an: Dr. Sebastian Felz (Rheinbach), Dr. Claudia Fröhlich (Berlin), Dr. John Philipp Thurn (Berlin) und Prof. Dr. Annette Weinke (Jena).

Die Jury hat folgende short list zusammengestellt, aus der die Preisträgerin oder der Preisträger ausgewählt wird:

 

* Hannah Catherine Davies, Rechtsstaat und Patriarchat. Eine Geschichte sexueller Gewalt in der Bundesrepublik 1973 bis 1997, Hamburg 2025.

* Tillmann Krach, Verfolgung, Enteignung – Bestrafung, Entschädigung: Eine Täter-Opfer-Geschichte aus zwei deutschen Rechtssystemen, Leipzig 2025.

* J. Noah Munier, Paragraf 175 StGB in der jungen Bundesrepublik – Verfolgung und staatliche Repression in Baden-Württemberg im Fokus eines sich wandelnden Sexualitätsdiskurses 1945–1969, Freiburg 2026.

* Dirk Stolper, Eichmanns Anwalt. Robert Servatius als Verteidiger in NS-Verfahren, Frankfurt a. M./New York 2025.

* Amelie Tscheu, Publizistischer Landesverrat in der Weimarer Republik. Die Reichsgerichtsurteile gegen pazifistische Kritiker der illegalen Rüstung, Tübingen 2024.

* Anna Lena Werner, Landesjustiz und NS-Vergangenheit. Justizbilder und Verwaltungspraxis im bayerischen Justizministerium in der Nachkriegszeit, Berlin 2025.