Onlinebuchvorstellung: Zum 75. Geburtstag des Bundesverfassungsgerichts

Frieder Günther, Eva Balz: Verwandlung durch Recht. Das Bundesverfassungsge-
richt und die Vergangenheit
4. November 2026, 18:30 Uhr

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Das Bundesverfassungsgericht wurde vor 75 Jahren in Karlsruhe gegründet und galt
bisher als weitgehend »unbelastet«, denn es hatte keinen Vorgänger. Dabei war es auf-
grund seines Personals und seiner Rechtsprechung tief in der deutschen Geschichte
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwurzelt. In seinen Entscheidungen setzte sich
das Gericht kritisch damit auseinander und ließ zugleich eine Orientierung an Reformen
erkennen, die einen klaren Bruch mit der Zeit des Nationalsozialismus markierten. Auf
der Basis des Grundgesetzes brachte es neue Impulse etwa auf dem Gebiet der Ge-
schlechterbeziehungen, des Beamtenrechts oder der Wiedergutmachung ein und wirkte
so mit, Staat und Gesellschaft von Grund auf zu verändern. Frieder Günther und Eva
Balz erzählen über den Zeitraum von 1951 bis 1970 anhand neuer Quellen, wovon »be-
lastete« und »unbelastete« Richter in ihrer Arbeit geprägt waren und wie sie zusam-
menarbeiteten. Sie schildern, wie sich das Gericht als Institution entwickelte und welche
maßgeblichen Entscheidungen die 40 Richter und zwei Richterinnen während der
1950er und 1960er Jahre trafen.
Dr. Eva Balz ist Historikerin und Autorin und war wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Institut für Zeitgeschichte München-Berlin.
Veröffentlichungen u. a.: Fließende Grenzen. Abwasserpolitik zwischen Demokratie und
Diktatur. Emschergenossenschaft und Lippeverband 1930-1960 (2020, mit Christopher
Kirchberg); Vergangenheitspolitik und Eigentumspolitik im Kalten Krieg. Das Oberste
Rückerstattungsgericht für Berlin (2019).